RÄUCHERN IN DEN RAUHNÄCHTEN

Die dunklen und kalten Tage im Dezember gelten seit jeher als besinnliche Zeit. Eine Zeit des Rückzugs und der Stille, wo man das alte Jahr Revue passieren lässt und sich auf das Neue vorbereitet.

Auch für mich haben diese Tage etwas Magisches. Nach dem ganzen Vorbereitungsstress auf die Festtage freue ich mich jedes Jahr auf die Zeit zwischen den Jahren oder eben die Rauhnächte.

Was sind die Rauhnächte?

Es wird vermutet, dass der Ursprung der Rauhnächte in der unterschiedlichen Zeitrechnung des Mond- und des Sonnenjahrs liegt. Das germanische Mondjahr umfasste lediglich 354 Tage, deshalb glaubte man, dass in den im Mondjahr nicht existierenden Tagen die Gesetze der Zeit ausser Kraft gesetzt und die Tore zwischen den Welten weit geöffnet sind. Alte Kulturen wie die Kelten oder Germanen sahen diesen Jahresabschnitt als die Zeit der Verbindung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits.  

Wann genau die Rauhnächte beginnen hängt vom kulturellen Hintergrund ab. Die einen starten mit der längsten Nacht des Jahres, der Wintersonnenwende am 21. Dezember. Oftmals wird aber in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die erste Rauhnacht zelebriert.

Meine persönlichen Rauhnächte

All die Geschichten und Mythologien rund um die Wintersonnenwende und die Rauhnächte sind für mich und meine Gestaltung der Rauhnächte eher zweitrangig. Mir geht es in erster Linie darum, mich während den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr zurückzuziehen, in die Stille zu gehen, Altes loszulassen und mir Gedanken und Pläne fürs kommende Jahr zu machen.
Sobald die Dämmerung einsetzt, ziehe ich mich in meinen liebevoll zubereiteten Raum zurück und starte mein Ritual: ich zünde eine Kerze an, lasse entspannende Musik im Hintergrund laufen, bereite mir eine Tasse Kräutertee zu und lasse mich von feinen Räucherdüften in eine andere Welt entführen.
 
Themen der einzelnen Rauhnächte

Für jede der 12 Rauhnächte nehme ich mir ein Thema vor, welches mich an diesem Abend begleitet. Ich stelle mir selbst Fragen zu diesem Thema und lasse mir vom Räucherduft und der Stille Antworten geben.

In diesem Jahr habe ich mich für folgende Impulse entschieden:

1. Rauhnacht (25.12.): Altes Loslassen Was will ich hinter mir lassen?
2. Rauhnacht (26.12.): Zur Ruhe kommen Was gibt mir Kraft? Was finde ich in der Stille?
3. Rauhnacht (27.12.): Das Jahr reflektieren Was waren die schönsten Momente im Jahr?
4. Rauhnacht (28.12.): Träume und Visionen Wo stehe ich gerade? Was will ich wirklich?
5. Rauhnacht (29.12.): Selbstliebe Was schätze ich an mir? Wie kann ich mir Gutes tun?
6. Rauhnacht (30.12.): Beziehung heilen Wem möchte ich vergeben?
7. Rauhnacht (31.12.): Gefühle wahrnehmen Was erfüllt mich? Was gibt mir Sinn?
8. Rauhnacht (1.1.): Entscheidungen treffen Welche Ziele habe ich? Was ist mein nächster Schritt?
9. Rauhnacht (2.1.): Achtsamkeit üben Wie geht es mir? Was nehme ich wahr?
10. Rauhnacht (3.1.): Dankbarkeit spüren Wofür bin ich dankbar?
11. Rauhnacht (4.1.): Erkenntnis sammeln Was habe ich in den letzten Nächten gelernt?
12. Rauhnacht (5.1.): Neubeginn feiern Worauf freue ich mich im neuen Jahr?

Warum Räuchern in den Rauhnächten?

Wenn Pflanzen verglimmt werden und sich die Pflanzenstoffe in Rauch umwandeln wird das feinstoffliche Energiefeld davon beeinflusst. Deshalb ist das Ziel beim Räuchern vor allem, die Raumenergie zu erhöhen, Blockaden zu lösen und Schwung ins energetische Feld zu bringen.
Das Räuchern in den Rauhnächten wird traditionell zum Schutz und zur Reinigung und Erhöhung der Raumenergie genutzt. Darüber hinaus kann das Räuchern hervorragend in Rituale eingebunden werden um eigene Visionen und Ziele zu verstärken und um das Loslassen von Ballast zu erleichtern.

Welche Kräuter in den Rauhnächten räuchern?

Ich benutze in den Rauhnächten meine selbst kreierten Räuchermischungen SCHUTZ, REINIGUNG, ENTSPANNUNG und LEBENSFREUDE. Je nach Thema entscheide ich mich intuitiv für eine der Mischungen. Wenn du eigene getrocknete Pflanzen zur Hand hast sind folgende zu empfehlen:

  • Gemeiner Beifuss: Schutz und energetische Reinigung, löst Ängste und fördert einen Neubeginn
  • Wacholder: wirkt reinigend und schützend
  • Salbei: kräftigende, reinigende und stärkende Wirkung
  • Rosmarin: unterstützt die Willenskraft, erfrischt und desinfiziert. Fördert zudem die Kreativität.
  • Fichtennadeln: unterstützen die Neuorientierung
  • Schafgarbe: kräftigend und zentrierend. Hilft dabei bei sich selbst anzukommen.
  • Rosenblüten: beruhigend und entspannend
  • Johanniskraut: wirkt beruhigend und stresslösend
  • Lavendel: lindert Nervosität und wirkt ausgleichend. Zudem hat Lavendel eine klärende und reinigende Wirkung.
  • Thymian: vertreibt Ängste und fördert das Selbstvertrauen
  • Königskerze: baut Spannungen ab und reinigt

Wie räuchere ich am besten?

Da es in den Rauhnächten nicht darum geht, einen Raum auszuräuchern, sondern vielmehr darum uns sanft bei der Ausrichtung zu unterstützen empfehle ich das Räuchern auf dem Räucherstövchen. Dies ist sehr unkompliziert, da das Räucherwerk über eine längere Zeit auf dem Sieb gelassen werden kann und bei Bedarf nachgelegt wird. So kannst du dich vollkommen in Kontemplation begeben und dich vom Pflanzengeist leiten lassen.

Auch wenn das jetzt alles kompliziert und sehr aufwändig klingen mag möchte dich doch ermutigen dir während den Rauhnächten Zeit für dich zu nehmen. Egal welches Ritual du ausführst und wie lange das Ganze dauert. Wichtig ist, dass du jeden Tag ein paar Minuten zu DEINEM MOMENT machst.  

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